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  Säuglinge imitieren Sprechmelodie

Wenige Tage alte Säuglinge schreien in der typischen Sprechmelodie ihrer Muttersprache. Untersuchungen an 30 deutschen und 30 französischen Babys zeigten die prosodischen Besonderheiten der jeweiligen Sprache.

Bereits ungeborene Babys lernen ihre Umgebungssprache kennen. Im letzten Vierteljahr vor der Geburt speichern Babys wahrgenommene Höreindrücke wie Musik und Sprache. Unmittelbar nach der Geburt erinnern sie sich und zeigen eine ausgeprägte Vorliebe für menschliche Stimmen, vor allem für die Stimme ihrer Mutter. Sie erkennen prosodische Unterschiede verschiedener Sprachen und interpretieren anhand der Intonation die emotionale Botschaft einer Äußerung.

Wissenschaftler um Birgit Mampe von der Universität Würzburg analysierten das Schreien der 2 bis 5 Tage alten Babys. Sie stellten fest, dass Babys deutsch sprechender Eltern laut und in hoher Tonlage beginnen und mit absteigender Frequenz leiser werden. Die französischen Babys setzten in niedriger Frequenz ein und wurden dann mit steigender Tonhöhe lauter. Dies entspricht dem typischen Verlauf der Sprechmelodie beider Sprachen. Allerdings handelt es sich hier um eine noch völlig unbewusste Nachahmung, denn erst ab der 12. Woche können Säuglinge ihre Stimme kontrollieren.

Forschungsergebnisse wie diese leisten einen Beitrag zur Diskussion über angeborene versus erworbene Sprachfähigkeiten.


Birgit Mampe, Universität Würzburg, Angela Friederici, Max-Planck-Institut Leipzig et.al: Current Biologiy, doi: 1016/j.cub.2009.09.064, 05.10.2009


 

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