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  Reifungsverzögerung der vorderen Hirnareale bei ADHS

Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHSD) fallen durch Konzentrationsstörungen, Störungen der Wahrnehmung und mangelnde Steuerung ihres Verhaltens auf. Ungefähr 3 - 10% aller Kinder sind von diesem Syndrom betroffen. Eine Forschergruppe in den USA hat jetzt festgestellt, dass die Hirnreifung bei Kindern mit ADHS im Durchschnitt drei Jahre verzögert verläuft.

Untersucht wurden 446 Kinder und Jugendlichen in zwei Gruppen, jeweils eine mit und eine ohne ADHS. Mit der Magnetresonanztomographie wurde an 40.000 Punkten die zunehmende Dicke der Großhirnrinde gemessen. Jeder Proband wurde mindestens zweimal im Abstand von drei Jahren untersucht.
Als Ergebnis stellten die Forscher fest, dass die Reifung der Großhirnrinde in beiden Gruppen nach dem gleichen Muster verläuft, in der Kontrollgruppe aber erheblich schneller, als bei der ADHS-Gruppe. Eine einzige Hirnregion reifte allerdings schneller als bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe: das motorische Zentrum. Die zuständige Region für die Kontrolle der Bewegungen entwickelte sich dagegen deutlich verzögert.

Besonders betroffen von Reifungsverzögerung waren die vorderen Hirnareale, die zuständig sind für abstraktes Denken, Steuerung der Aufmerksamkeit und die Kontrolle des Verhaltens. In weiteren Untersuchungen sollen die genetischen und neurophysiologischen Bedingungen der Hirnreifungsverzögerung ermittelt werden.

Philip Shaw (National Institute of Mental Health, Bethesda) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0707741104

 

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