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  Musik und Schlaganfall

Musikhören fördert die Rehabilitation nach Schlaganfall

Musikhören erreicht ein weit verzweigtes Netzwerk von Arealen in beiden Gehirnhälften. Durch Musik aktiviert werden zum Beispiel die Hirnregionen, die für die Verarbeitung und Kontrolle von Aufmerksamkeit, Sprachverständnis, Gedächtnis, Motorik und Emotionen zuständig sind.
Zu Forschungszwecken ausgewählt wurden 54 Patienten in der Akutbehandlung, die einen Schlaganfall im Bereich der mittleren Hirnarterie mit rechts- oder linkshemisphärischer Schädigung erlitten. Die Patienten wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Zusätzlich zu den üblichen Therapiemaßnahmen hörte die erste Gruppe täglich mindestens eine Stunde lang selbst ausgewählte Musik, die zweite Gruppe lauschte Hörbüchern (ebenfalls mindestens eine Stunde), und die dritte Kontrollgruppe erhielt keine auditive Stimulation.
Eine Woche, drei Monate und sechs Monate nach dem Schlaganfall unterzogen sich alle Patienten einer umfangreichen neuropsychologischen Untersuchung. Drei Monate nach dem Schlaganfall wurden die deutlichsten Verbesserungen in der Musik-Gruppe festgestellt. Das Sprachgedächtnis verbesserte sich bei Ihnen um 60 Prozent, in der Hörbuch-Gruppe gab es nur 18 Prozent Verbesserungen, in der Kontrollgruppe 29 Prozent. Die Kontrolle der Aufmerksamkeit verbesserte sich ausschließlich in der Musikgruppe. Auch die Häufigkeit depressiver Verstimmungen und Verwirrungszustände war in dieser Gruppe geringer.
Wie genau diese Effekte zustande kommen, können die Forscher noch nicht erklären. Zur Bestätigung der Resultate sind noch weitere Untersuchungen mit einer größeren Anzahl von Versuchspersonen notwendig. Auf Grund der bisherigen Ergebnisse scheint es aber sinnvoll, die Methode des Musikhörens als flankierende Maßnahme zusätzlich zur traditionellen Therapie anzuwenden.

Teppo Särkämö (Universität Helsinki) et al: brain, DOI: 10.1093/brain/awn013


 

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