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  Informationsmüll entlastet das Gedächtnis

Die Speichergröße des Kurzzeitgedächtnisses (auch "Arbeitsspeicher" genannt) ist von der Trennung wesentlicher und unwesentlicher Informationen abhängig. Diese Annahme konnte jetzt durch eine Untersuchung an 25 Versuchspersonen nachgewiesen werden. Während verschiedener Gedächtnistests wurde den Probanden jeweils vorher gesagt, ob es neben wichtigen Aufgaben auch andere gab, die der Ablenkung dienten. Eine vergleichende Beobachtung der Hirnaktivität zeigte, dass die Filtersysteme des Arbeitsspeichers bereits bei der Ankündigung unwesentlicher Informationen aktiv wurden und die Speicherung von Informationsmüll verhinderten.

Unser Kurzzeitgedächtnis hält Informationen zum sofortigen Abruf bereit. Ein Filtersystem des Gehirns sortiert vorher sämtliche eintreffenden Informationen. Nur Wichtiges gelangt in den Arbeitsspeicher und kann bei Bedarf wieder abgerufen oder für die dauerhafte Speicherung im Langzeitgedächtnis weiter verarbeitet werden. Unwichtiges wird als Informationsmüll erkannt und aussortiert, so dass die beschränkten Kapazitäten des Kurzzeitgedächtnisses geschont werden.
Die Filtersysteme unseres Gedächtnisses befinden sich in drei Hirnarealen: im präfrontalen Cortex, der für die Steuerung und Überwachung des Filtersystems zuständig ist, im Putamen und im Palladium, den unterhalb der Großhirnrinde gelegenen Basalganglien, die die eigentliche Ausführung übernehmen. Die Merkfähigkeit unseres Gedächtnisses und ist umso größer, je aktiver diese drei Areale sind. Auch die Fähigkeit, Unwesentliches nicht zu speichern ist von der Leistungsfähigkeit dieser Areale abhängig.

Gedächtnisleistungen sind in besonderem Maße von der Trennschärfe zwischen Informationen abhängig. Die Forschung erklärt unterschiedliche Gedächtnisleistungen der Menschen durch diese individuell unterschiedlichen Fähigkeiten.

Fiona McNab, Torkel Klingberg (Karolinska Institut, Stockholm): Nature Neuroscience, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/nn2024
ddp/wissenschaft.de 10.12.2007

 

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