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  Gebärden als Ursprung der menschlichen Sprache

Nur Menschen und Menschenaffen nutzen Gesten zur Kommunikation, während Mimik und Vokalisationen von allen Primaten zur Verständigung genutzt werden. Wissenschaftler vermuten, dass Gesten und Gebärden die ursprünglichste Form menschlicher Sprache sind.

Erst später soll sich die gesprochene Sprache des Menschen entwickelt haben. Weitere Erkenntnisse über die Entstehung der menschlichen Sprache erhofft sich die Wissenschaft durch die Erforschung der Kommunikation unserer nächsten Verwandten.
In ihrer Untersuchung beobachteten Amy Pollick und Frans de Waal von der Emory-Universität in Atlanta jeweils zwei in Gefangenschaft gehaltenen Gruppen von Schimpansen und Bonobos (Zwergschimpansen). Sämtliche Hand- und Fußzeichen, orofaziale Bewegungen und stimmliche äußerungen wurden registriert, und festgestellt, in welcher Situation und mit welchem Ziel ein bestimmtes Zeichen gebraucht wurde.
Bei den insgesamt 47 Affen wurden 31 Gebärden und 18 mimische/stimmliche äußerungen registriert. Die Forscher fanden heraus, dass Gesichtsbewegungen und Stimmlaute sich sowohl innerhalb einer Gruppe als auch Gruppen übergreifend sehr ähnelten. Für die Gestik traf das jedoch nicht zu. Hand- und Fußzeichen wurden sehr flexibel eingesetzt. Dieselbe Gebärde hatte in unterschiedlichen Situationen und innerhalb einer anderen Gruppe jeweils eine völlig andere Bedeutung. Besonders erfolgreich hinsichtlich der Verhaltensbeeinflussung von Gruppenmitgliedern waren die Bonobos, wenn sie mit einer Kombination aus orofazialen, akustischen und gestischen Signalen multimodal kommunizierten.

Amy S. Pollick & Frans de Waal, PNAS Vorabveröffentlichung 10/1073/pnas. 0702624104, 30.4.2007

 

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